


| Inter- und Intratesterreliabilitätsstudie der oberen Kopfgelenke bei Seitneigung |
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Inter- und Intratesterreliabilitätsstudie der oberen Kopfgelenke bei Seitneigung Jörn Klingenspor, Seevetal Zusammenfassung: Da es in der überwiegenden Anzahl der Fachliteratur keine Zuverlässigkeitsprüfungen von manualtherapeutischen Tests gibt (Schomacher 2006), könnte diese Arbeit als Orientierungshilfe dienen. Die vorliegende Studie beschreibt die Inter- und Intratesterreliabilität zur Bewertung der Atlasstellung in der Ruhepositon. Die Atlaslateralisationsfähigkeit zwischen dem Okziput und dem Axis wird während einer von dem/der Untersucher/in passiv durchgeführten Okziputseitneigung zwischen dem Processus styloideus und dem Proc. Transversus atlantis palpiert. Selbiges gilt zur Beurteilung der Atlasstellung. In einer Praxis für Physiotherapie untersuchten 3 nach den IFOMT Richtlinien ausgebildeten erfahren OMT-Therapeuten/innen, die diese Form der Testung seit mehreren Jahren praktizieren. Es wurden 24 im HWS-Bereich gesunde Probanden/innen in 2 Durchgängen nach einer Gruppen - und Probandenrandomisierung untersucht. Alle Testungen erfolgten für die Probanden/innen sitzend auf einem Hocker. Die Ergebnisse der 3 verblindeten Untersucher/innen wurden von 3 Assistenten/innen protokolliert. Zur Auswertung wurde der kappa –Wertes nach Cohen verwendet. Bei der Bewertung der Stellungsdianose im Bereich der Intratesterreliabilität wurden Werte von 0,02 bis 0,51 erreicht, während sich die Intertesterreliabilität von -0,22 bis 0,41 erstreckt. Die Kappa- Einstellung beurteilt beide Tests mit brauchbar bis unbrauchbar. Während der passiven Seitneigung zwischen dem Okziput und dem Atlas wurde die Intratesterreliabilität der Bewegungsbefundung mit Werten zwischen -0,06 bis 0,02 berechnet. Die Intertesterreliabilität liegt zwischen – 0,01 bis 0,22. Alle Werte befinden sich im unbrauchbaren Bereich. Somit schneidet die Stellungsbefundung auf dem Gebiet der Intratesterreliabilität besser als die Intertesterreliabilität ab, insgesamt ist sie jedoch auch als unbrauchbar zu bezeichnen. Um zukünftig in der täglichen Praxis einen zuverlässigeren Test zur Feststellung der Atlaslateralisation verfügbar zu haben, sind Tests in überprüften standardisierten Ausgangsstellungen auch unter der Berücksichtigung von Probanden – oder Patientenmuskelaktivitätenzu vordern. Unkontrollierte Bewegungen und Muskelaktivitäten sind in der Lage, paradoxe Atlasbewegungen (Lewit 1964b, Keim 1953) zu erzeugen und eine Testaussage zu verfälschen. Durch eine Analyse von positiven Studienteil – oder Gesamtergebnissen könnten erst reliable, dann valide Tests entwickelt werden. |