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Gibt es eine Häufigkeit von Kopfgelenkblockierung bei Patienten die eine Laterale bzw. Dorsale Ischialgie als Symptom aufzeigen? PDF Drucken E-Mail

Georg Stumpf
Dorfstraße 3a
23795 Bad Segeberg

Zusammenfassung
Der Abschnitt 5 zeigt, dass sich tatsächlich eine Häufigkeit der Kopfgelenkblockierungen feststellen lässt. Es ergibt sich offensichtlich eine Erleichterung für den Therapeuten bei der Untersuchung eines Patienten, wenn er um die beschriebene Häufigkeit der Kopfgelenkblockierungen und die eventuellen Blockierungen anderer Abschnitte weiß (s. Screening des Patienten). Ich beobachte allerdings auch, dass bei allen Untersuchungen an Menschen die Aussage immer sehr relativ ist, da das Untersuchungsergebnis nicht nur vom perfekten Untersuchungsgang des Therapeuten abhängt, sondern viele andere Faktoren das Untersuchungsergebnis beeinflussen können.

Individuelle Schmerzproblematiken bei Patienten und individuelle Schmerztoleranz als Fehlerquelle
An dieser Stelle muss ich noch daraufhinweisen, dass die Untersuchung des Iliosakralgelenks nicht in einer vorgegebenen Reihenfolge, aufgrund der Schmerzen der Patienten, stattfinden konnte. Dies bereitet bei der Interpretation der Untersuchung Schwierigkeiten. Grundsätzlich sollten die Tests, um eine optimale Aussage zu bekommen, standardisiert sein. Auch bei der Auswahl der Patienten ist es schwierig, eine gleiche Patientengruppe zu finden, da die Schmerzinterpretation individuell ist, d.h. wie geht ein Mensch mit Schmerzen um, oder wann spricht er überhaupt von Schmerzen. Es ist durchaus realistisch, dass dieses Themavon verschiedenen Therapeuten wiederholt wird, um das Ergebnis zu bestätigen oder auch zu widerlegen. In diesem Zusammenhang ist es auch denkbar, dass grundsätzlich ein Thema von mehreren Therapeuten gleichzeitig bearbeitet wird, um Fehler auszuschließen, beziehungsweise Untersuchungsabläufe standardisieren zu können.

Persönliche Bemerkungen
Für mich persönlich war das Durchführen der Untersuchungen gerade aus den oben genannten Problemen sehr schwierig. Die Erfahrungen , die ich durch diese Untersuchungen gewonnen habe, werden mir bei weiteren Studien helfen, da ich jetzt für auftretende Fehlermöglichkeiten sensibilisiert bin.
Gewünscht hätte ich mir mehr Hinweise aus fachspezifischer Literatur, die sich schon mit diesem Thema beschäftigt hat. Das Thema selbst ist sehr speziell und nur kleiner Ausschnitt aus dem Gesamtkonzept der Manuellen Therapie.
Bevor ich mit der Beschreibung der Untersuchungsergebnisse begonnen habe, habe ich mir überlegt wie ausführlich ich auf Details eingehen sollte, weil mir nicht bekannt ist, wer Adressat sein würde. Dies bezieht sich insbesondere auf die komplizierten Bewegungen der
Kopfgelenke und der Bewegungen von liium und Sakrum.
Ich gehe davon aus, dass ein Manualtherapeut, der die Arbeit liest, die Bewegungen der Kopfgelenke kennt. Für den Laien dagegen hielt ich eine genauere Beschreibung der Bewegung der Kopfgelenke für nicht nachvollziehbar, ohne genauere Details der Arthrokinematik zu kennen. Ich entschloss mich für eine kurze Beschreibung mit entsprechende Abbildungen, um mit dieser Art der Veranschaulichung eine größere Gruppe von Interessenten zu erreichen. Ähnliche Überlegungen hatte ich bei den Untersuchungsbeschreibungen von Ilium und
Sakrum. Letztendlich habe ich diese Untersuchungen ebenfalls kurz beschrieben.

Bedeutung und Möglichkeiten von und durch OMT-Arbeiten
Wie in 5.4 beschrieben, kann man allein aus meiner Arbeit viele weitere Themen ableiten, zu denen weitere Arbeiten geschrieben werden können. Vielleicht ist es in naher Zukunft möglich, eine Art „Börse" anzulegen, wo Themenschwerpunkte, die von OMT-Anwärterlnnen bearbeitet wurden, gesammelt werden. Die Arbeiten stünden den Therapeuten einmal als Nachschlagewerk zur Verfügung und könnten außerdem Anhaltspunkte für weitere Überprüfungen von Vorgehensweise bei Untersuchungen und Versuchsabläufen in diesen Bereichen sein. Durch das Wiederholen der Tests anhand der beschriebenen Vorgehensweisen und Versuchsabläufen bzw. durch die Bestätigung der Ergebnisse über eine große Patientengruppe, kann es zu Übereinstimmungen und letztendlich zur Standardisierungen kommen. Da sich die Autoren der OMT-Arbeiten in ihr Fachgebiet einarbeiten und auf die notwendige Fachliteratur zurückgreifen, steht dem Leser komprimiert eine Literaturliste zur Verfügung.
Nicht nur für Therapeuten könnte diese „Börse" wertvoll sein, sondern auch für Ärzte und interessierte Patienten, die sich über die Vorgehensweise und vor allem aber auch über das Fachwissen der Therapeuten informieren wollen. Wenn in unseren Arbeiten festzustellen ist, dass der Therapeut sich ausführlich mit der Wirbeisäule und den Extremitäten auskennt und sie zu behandeln weiß, ist das eine gute Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Therapeuten. Grundsätzlich ist das ein sehr wichtiger Punkt, da besonders das Vertrauen der Ärzte in die Arbeit der Physiotherapeuten im Umfeld unserer Praxen noch verbessert werden kann und muss.

• Dies könnte zu einer verbesserten Kommunikation zwischen Arzt und Therapeut führen und wäre letztendlich ein großer Vorteil für den Patienten.

Nämlich:
=> Es könnte Fachwissen ausgetauscht werden was zur Zeitersparnis führt, indem z.B. Untersuchungen nicht doppelt durchgeführt werden müssen. => Arzt und Therapeut können gemeinsam Therapieansätze für den Patient bestimmen.
=> Akute Probleme können gezielt durch Absprache behandelt werden.

• Aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet ist das Vertrauen der Ärzte in die Arbeit der Physiotherapeuten sehr wichtig. Ist der Arzt von der Arbeit des Therapeuten überzeugt und es lassen sich Erfolge am Patienten erkennen, wird zwischen Arzt und Therapeut eine enge Zusammenarbeit entstehen.

Zur Zeit sind Qualitätsmanagement und Standardisierung ein großes Thema, werden sich. Auch Physiotherapeuten müssen sich damit auseinandersetzen. Ich hoffe dass OMT -Arbeiten dazu beitragen, dass vor allem fachlich eine Standardisierung erreicht werden kann, die zu einem besseren Ansehen der Physiotherapeuten führen. Als Vision ergibt sich für mich auch noch Folgendes: Physiotherapie wird im Heilmittelkatalog der Krankenkasse in ausreichender Menge erhalten bleiben. Physiotherapie bekommt einen neuen Stellenwert. Qualifizierte Physiotherapeuten bekommen Erstpatientenrecht.