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Axel Janssen (PT,MT), Markus Berens (PT,MT)
Köln
Zusammenfassung Die Zusammenhänge zwischen Sehstörungen und Dysfunktionen der Halswirbelsäule sind in der Manuellen Therapie bekannt. Diese Studie widmete sich den weniger bekannten Zusammenhängen zwischen der veränderten Sehleistung und oben genannten Dysfunktionen. Mithilfe dieser Arbeit, einer nicht-randomisierten kontrollierten Studie, setzten sich die Autoren zum Ziel, die Beeinflussung der Sehleistung durch die Mobilisation des Segmentes C2 zu untersuchen. Hierzu wurden Patienten ausgewählt, die an diesem entsprechenden Segment der zervikalen Wirbelsäule eine Blockierung aufwiesen und bezüglich ihrer Sehleistung zu drei verschiedenen Zeitpunkten untersucht wurden: vor der Behandlung des Segmentes, direkt danach und ca. 24 Std. später. Eine Kontrollgruppe, mit gleicher Probandenzahl aber Placebo-Behandlung, wurde ebenfalls getestet. Die geschlechtliche Verteilung in den beiden Gruppen war: Neun Frauen und ein Mann in der Experimentalgruppe, und drei Männer und sieben Frauen in der Kontrollgruppe. Das Durchschnittsalter der Patienten in der Experimentalgruppe ist 41 Jahre, zu 53 Jahren in der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse der Studie wurden im Verhältnis linkes zu rechtem Auge miteinander verglichen, und die jeweiligen Veränderungen festgehalten und gegenüber gestellt. Die Sehschärfe der Probanden wurde mithilfe von Sehprobentafeln ermittelt. Hierin liegt ein gewisses Maß an Unsicherheit, bzw. eine mögliche Fehlerquelle. Auch wenn die Durchführung eines Sehtests mittels Sehprobentafeln eine anerkannte Methode und auch von Nicht-Ophtalmologen auszuführen ist, so sollte doch im weiteren Rahmen der Forschung und somit bei einer Durchführung einer größeren Studie, mit weiteren Testzeitpunkten (wie oben beschrieben), auf die Mitarbeit eines Augenarztes oder Optikers bestanden werden. Dann wäre es möglich, die Sehleistung des Patienten mit elektronischen Messverfahren genauer zu bestimmen und somit deutliche mögliche Fehlerquellen zu minimieren. Aus den Untersuchungen ergaben sich folgende Ergebnisse: Die Gesamtveränderung der Sehschärfe der Teilnehmer in der Experimentalgruppe liegt bei einer Verbesserung von 12,5 % auf der rechten Seite, zu 16,05 % auf der linken Seite. Die Veränderungen in der Kontrollgruppe liegen bei einer Verbesserung von 18,9 % rechts, zu 5,5 % auf dem linken Auge. Die ermittelten 95% Konfidenzintervalle gaben keinen deutlichen Hinweis auf einen klinisch lohnenswerten Effekt. Aufgrund der Ergebnisse der Untersuchungen, insbesondere der Ergebnisse der Kontrollgruppe, kann nicht eindeutig belegt werden, dass eine Mobilisation des zweiten Halswirbels tatsächlich zur Verbesserung der Sehleistung führt. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass andere Faktoren, wie z.B. Gewöhnungseffekte zu den Veränderungen geführt haben. Beeinflussende Faktoren, dieser oder anderer Art, sollten dann bei weiterer Forschung zu diesem Thema, berücksichtigt werden. Der zwischen den beiden Autoren dieser Arbeit durchgeführte Vergleich zur Feststellung der Reliabilität einer Untersuchungsmethode an den Kopfgelenken, erzielte eine tatsächliche Übereinstimmung von 79%. Der ermittelte Kappa-Wert von 0,58 steht für ein eher mäßiges Ergebnis.
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