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Aktuelles OMT-Fortbildung in Oslo 2005 - Ein Rückblick
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OMT-Fortbildung in Oslo 2005 - Ein Rückblick PDF Drucken E-Mail

OMT - Fortbildung in Oslo 2005

„Und was machen Sie am

Wochenende?“

 

„Ach, ich geh auf `ne Fortbildung.“ „Hier in Hamburg?“ „Nein, diesmal in Oslo!“

„In Oslo... lohnt sich das?“

Sicherlich eine berechtigte Frage. Aber was verspreche ich mir von einer Fortbildung in anbetracht der Entwicklung unserer Gesundheitspolitik? Auf alle Fälle sollte sie mir bei der Steigerung der Qualität bzw. Effektivität der Therapie helfen. Denn Effektivität ist wichtig, um einen möglichst schnellen Therapieerfolg zu erzielen. Manuelle Therapie basiert auf evidence based Praktiken. Hier wird der Nachweis über den Therapieerfolg in wissenschaftlichen Studien geführt. In Norwegen ist die Manuelle Therapie ein zweijähriges Aufbaustudium für Physiotherapeuten.

Unser Kursleiter in Oslo war Jostein Ellingsen, OMT Therapeut und Lehrer für Manuelle Therapie an der Universität in Bergen. Das ist der höchste Wirkungsgrad, den man als Manualtherapeut erreichen kann. Die fachliche Kompetenz war somit gesichert.

In der Fortbildung besprachen wir erst einmal die theoretischen Hintergründe von Blockierungen oder besser gesagt von Bewegungseinschränkungen. Hier unterscheidet Ellingsen zwei Hauptgruppen: die muskuläre und die gelenkbedingte ( z.B. durch Veränderung der Adhäsion ) Einschränkung. Nach seinen Angaben wird letztere allerdings gerade international auf ihre Schlüssigkeit überprüft.

Weiterhin zeigte er uns, wie wir bei Verriegelungen der Wirbelsäule früher die Barriere des Gelenkes einstellen. Dadurch wird die Behandlung für den Patienten angenehmer und der Therapeut benötigt weniger Kraft zum Erfolg. Hier liegt der zweite wichtige Punkt für unsere tägliche Arbeit: die Sicherheit des Patienten. Nur wenn ich in der Lage bin, präzise zu arbeiten und meine Kraft zu begrenzen, kann ich diese gewährleisten.

Auch Neuerungen in Testabläufen waren für uns von großem Nutzen. Großen Wert legten wir auf die Möglichkeit, Untersuchungsergebnisse besser reproduzierbar zu machen. Die sogenannte Intertesterübereinstimmung, also der Vergleich der Untersuchungsergebnisse verschieder Therapeuten, ist bei Beweglichkeitstests eher ungünstig. In Zukunft wird z. B. der P4 Test ( posterior pelvic pain provocation test ) für das SIG die Intertesterübereinstimmung verbessern. Der „Ellingsen-textil-test“ ist allerdings in seiner Aussagekraft eher umstritten, aber als Untersuchungsgang durchaus sinnvoll.

Jostein Ellingsen brachte in den Kurs gern Anekdoten der norwegischen Mentalität ein. Dieses heiterte den Unterricht auf. Auch hätten wir ohne Jostein wohl nie die dortige Kneipenmeile kennen gelernt. Mit einem Einheimischen hat man sogar die Chance in Norwegen etwas trinken zu gehen, ohne seinen Dispokredit völlig auszureizen.

Wichtig für uns war, die Manuelle Therapie auch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Ferner förderte es die Kollegialität unserer Fortbildungsgruppe. Von diesen Beziehungen erhoffen wir uns einen ständigen Gedankenaustausch, der die Weiterentwicklung in der OMT fördern soll.

Ich möchte mich noch einmal bei Michael bedanken, der die ganze Reise organisiert hat.

 

André Wolter